Unternehmensnachfolge meistern

 

Autorin: Regina Höck

Die Persönlichkeit als Schlüssel zur klugen Nachfolgeregelung

Nach Schätzung des Bonner Instituts für Mittelstandsforschung steht
bis 2014 jährlich in rund 22.000 Familienunternehmen die Regelung der
Unternehmensübergabe an. Meist ist es der Wunsch der Inhaber, die
Verantwortung für das Unternehmen in die Hand eines
Familienmitglieds – in der Regel den Sohn, die Tochter oder mehrere
Kinder – zu geben. Nicht immer ist dies jedoch möglich. Ob Nachfolge
innerhalb der Familie oder aus dem Kreis leitender Angestellte, ob
externe Suche oder Verkauf – Rat von außen kann hier Gold wert sein.
Damit die Übergabe gelingt, sollten jedoch nicht nur rechtliche,
kaufmännische und fachliche Aspekte berücksichtigt, sondern auch
die Persönlichkeiten der Akteure bewusst in den Auswahl- und
Gestaltungsprozess miteinbezogen werden.

Mehrere tausend Unternehmensübergaben scheitern pro Jahr. Eine noch
größere Zahl hat mit enormen Reibungsverlusten in der Übergabephase zu
kämpfen. Die häufigsten Ursachen sind neben der Vernachlässigung einer
frühzeitigen Planung und der fehlenden ganzheitlichen
Unternehmensperspektive vor allem die mangelnde Kommunikation
zwischen den Beteiligten und in den Betrieb hinein sowie die Auswahl der
falschen Person. Dabei lässt sich die fachliche Eignung aufgrund von
Erfahrungen und Referenzen noch relativ einfach feststellen. Doch wie findet
man die optimale Passung zwischen Unternehmerwerten,
Unternehmenskultur und individueller Persönlichkeit? Gemeint ist hier ein
zweiseitiger Prozess, der sowohl die Bedürfnisse des Inhabers als auch die
der Nachfolgekandidaten beachtet.

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4D-Test© – Ein Modell zum besseren Verständnis von Führung, Kommunikation und Zusammenarbeit

 

Autorin: Birgit Schiche

Gerade in Zeiten von Wandlungsdruck und steigendem Wettbewerb suchen Unternehmen nach Wegen, ihre Führungskräfte praxisnah und wirkungsvoll zu unterstützen. Führungskräfte ihrerseits möchten den Anforderungen des Unternehmens ebenso wie denen ihrer Mitarbeiter gerecht werden.
Dazu müssen die Verantwortlichen einen Rahmen erschaffen, der eine Entfaltung und Weiterentwicklung der vorhandenen Stärken unterstützt, Konfliktpotenziale verringert und das Erreichen organisationsbezogener wie individueller Ziele ermöglicht. Genau dafür ist das 4D-Modell konzipiert worden.

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Die Kunst der Beschränkung

 

Super lesenswerter Artikel von dem Philosophen Otfried Höffe über einen neuen Wertekanon in unserer Gesellschaft:
“Mit der Wirtschaft verdient eine Gesellschaft ihren Lebensunterhalt. Mit Recht, Menschenrechten und Demokratie genügt sie ihrem politischen Leitwerten, der Freiheit in Gerechtigkeit. Ihren Zusammenhalt findet sie aber über die Sprache, über Wissenschaft und Philosophie, nicht zuletzt über Musik, Architektur und Kunst.”

Hier geht’s zum Artikel:
welt.de


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Werte-Kampagne von Reemtsma

 

Als ich vor ein paar Wochen auf die Kampagne anlässlich des 100-jährigen Bestehens von Reemtsma aufmerksam wurde, war ich spontan begeistert. Weil sie etwas auslöst. Die Texte haben Signalwirkung, der Betrachter ist unmittelbar Teil eines Dialogs: “Ist Vertrauen nicht die Basis jeder guten Beziehung?”, steht auf einer Sprechblase. Oder: “Eine Gesellschaft braucht Regeln- die Frage ist nur wie viele?” Beide Hamburger Hauptverwaltungen der Reemtsma Cigarettenfabriken GmbH mit zwei Niederlassungen in Hamburg-Bahrenfeld sind gut sichtbar mit den Werten des Unternehmens dekoriert. Da geht es um Verantwortung, Selbstbestimmung, Transparenz und Nachhaltigkeit.

Mein erster Gedanke dazu war: Reine Marketingstrategie oder tatsächlich Werte, die aus dem Mitarbeiterkreis entstanden sind, zum Beispiel im Rahmen eines Workshops? Die Presseabteilung von Reemtsma konnte mich beruhigen, die Sätze, Fragen und Leitlinien sind tatsächlich intern entstanden, so weit so gut.

Aber was ist mit dem Produkt? Wie schwer ist es für ein Unternehmen, mit einem nicht ganz ungefährlichen Produkt Werte zu bilden, zu leben und nach aussen zu publizieren? Genau genommen sind wir von gefährlichen Produkten umgeben, Autos, Flugzeuge, pharmazeutische Produkte mit Nebenwirkungen, Alkohol, Zigaretten …. die Liste lässt sich beliebig fortsetzen. Alle machen Werbung, alle reden von Verantwortung und von Nachhaltigkeit. Aber: Welches Unternehmen beschäftigt sich sichtbar und transparent mit den Gefahren des Produktes, mit der Verantwortung, die ein Unternehmen als Produzent und Verkäufer solcher Produkte automatisch trägt? Unser eingeschlummertes Konsumentenverhalten wacht ja gar nicht mehr auf, wenn ungesunde, unnütze oder sogar lebensbedrohliche Produkte über Werbeflächen und Bildschirme flimmern. Ist es nicht viel einfacher, den Halbschlaf des Konsumenten zu nutzen, als ihn aufzuwecken und zum Selber-Denken anzuregen?

Möglicherweise hat hier ein Unternehmen einen sichtbaren Schritt nach aussen gemacht, um Verantwortung, auch Selbstverantwortung und Nachhaltigkeit tatsächlich zu kommunizieren und einen Dialog mit dem Konsumenten eröffnet, der nicht verschleiert und einschläfert wie wir es gewohnt sind, sondern mutig auf das Thema hinweist. Die Idee, Werte über Sprechblasen nach aussen zu kommunizieren ist wie ein Symbol für den Konsumenten, teilzuhaben an der Verantwortung, das Unternehmen nicht einfach für sein Produkt zur Rechenschaft zu ziehen, sondern sich selbst zu hinterfragen.

Mir gefällt der Dialog, den die Kampagne auslöst. Die Fragen nach den Werten, nicht nur bezogen auf den menschlichen Umgang miteinander, von Führungskraft zu Mitarbeiter, oder von Team zu Team, sondern auch nach aussen, von Produkt zu Konsument und von Konsument zu sich selbst. Diese Dialoge mit uns selbst sind notwendig, um selbstständig und eigenverantwortlich Denken und Handeln zu können.

Offensichtlich hat die Auseinandersetzung mit Werten und sozialem Engagement auch schon länger Tradition bei Reemtsma. Auf der Homepage kann man folgendes lesen:
“Seit der Gründung im Jahr 1910 ist Reemtsmas Erfolg besonders die Geschichte seiner Mitarbeiter und Partner. Reemtsmas gesellschaftliches Engagement hat früh Maßstäbe gesetzt: Um die Not ihrer von der Inflation gebeutelten Angestellten aufzufangen, ließ Reemtsma bereits 1923 Werkkantinen für die Familien einrichten. Das Reemtsma-Erholungsheim, der Angestelltenunterstützungsfonds, die Werkssparkassen, die Werkfürsorge aber auch die Reemtsma-Bücherei und -Sportgemeinschaften, die später folgten, zeugen vom frühen Engagement Reemtsmas. Heute wird diese Tradition durch die Orientierung an klar definierten Werten fortgeführt und drückt sich beispielsweise in sozialen Projekten wie dem Reemtsma Begabtenförderungswerk zur Unterstützung sozial schwacher Schüler und Studenten aus.”

Dazu passt die Eingangstür, auf der Namen von Mitarbeitern ein großes DANKE umgeben:


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