AUTORIN: Natalia Blank
Nach wie vor beschreibt der Begriff „Burnout“ nichts weiter als grob definierte Symptommuster, die als Folge nicht hinreichender Stressverarbeitung auftreten. Die Frage stellt sich hier jedoch auf ganz individueller Ebene: Wodurch entstehen diese ressourcenarmen Zustände, die sich in Symptomen psycho-emotionaler und/oder physischer Erschöpfung äußern?
Es gibt keine „klassische Burnout-Persönlichkeit“, auch keine „mehr oder weniger belastbaren“ Menschen. Die Faktoren finden wir vielmehr auf der ganz individuellen Persönlichkeitsebene eines Menschen, indem man feststellt, dass wir über unterschiedliche Stressmuster verfügen. So stellen wir fest, dass Menschen auf ein und denselben Stressor zum Teil völlig unterschiedliche Reaktionsmuster aufweisen.
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Im deutschen Gesundheitswesen sind die Krankheitskosten von psychischen und Verhaltensstörungen deutlich angestiegen. Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, “lagen die Kosten im Jahr 2008 bei knapp 28,7 Milliarden Euro. Für gut die Hälfte dieser Kosten waren nur zwei Diagnosen verantwortlich: 9,4 Milliarden Euro wurden für Demenzerkrankungen und 5,2 Milliarden Euro für Depressionen ausgegeben. Ein Zeitvergleich zeigt, dass die Kosten durch psychische Erkrankungen von 2002 bis 2008 besonders stark gestiegen sind: Mit 5,3 Milliarden Euro war das Plus hier höher als bei allen anderen Krankheitsarten.”
Es gibt keine eindeutige Erklärung für diese Zunahme der Erkrankungen, vermutet wird, dass Ärzte und Patienten psychische Krankheiten besser erkennen als früher und dass die Bereitschaft, eine derartige Erkrankung zuzugeben, größer geworden ist.
welt.de schreibt, dass Experten der Krankenkassen annehmen, dass viele Arbeitnehmer dem Stress am Arbeitsplatz nicht mehr gewachsen sind.

“Der Corporate Health Award ist eine gemeinsame Initiative von Handelsblatt, TÜV SÜD Life Service und EuPD Research unter der Schirmherrschaft des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) und der Initiative Neue Qualität der Arbeit (INQA).
Der Corporate Health Award will die Vorbildfunktion guten betrieblichen Gesundheits-
managements in besonderem Maße hervorheben. Jedes Jahr werden Unternehmen mit besonders guten betrieblichen Gesundheitskonzepten ausgezeichnet. Die Bewerbung für den Corporate Health Award 2010 ist ab 01. März 2010 möglich und steht allen Unternehmen und Organisationen offen.”

Forscher haben herausgefunden, dass optimistische, glückliche und zufriedene Menschen ein kleineres Risiko für Herzerkrankungen haben als unglückliche Nörgler und Schwarzseher. Zu Beginn der Studie, die über zehn Jahre lief, wurde ein Persönlichkeitsprofil erstellt und die allgemeine Zufriedenheit im Job und Privatleben ermittelt. Diejenigen, die eine optimistische Einstellung zum Leben hatten, waren 22 Prozent weniger von Herzinfarkten und Angina-pectoris-Anfällen betroffen. Nach dieser Studie von W. Bartens in der Süddeutschen Zeitung zu urteilen meine ich, dass Ärzte also mehr Wert auf die Beobachtung und Betreuung des seelischen Erlebens ihrer Patienten legen können sollten. Das ist natürlich schwierig, wenn sie Patienten im zehn Minuten Takt behandeln müssen.

