Warum Empathie im Beruf wichtig ist

 

Autor: Roland Kopp-Wichmann

Ihre beruflichen wie auch privaten Beziehungen vertiefen sich, wenn Sie sich immer wieder in den anderen hinein versetzen können. Das ist einerseits eine Fähigkeit aber vor allem eine Bereitschaft. Denn dazu gehört die Einsicht, dass Ihre Meinung nur eine Sichtweise von vielen ist. Und dass der andere mit seiner Einstellung genauso recht haben kann.

Doch den anderen verstehen allein reicht nicht. Sie müssen es dem anderen auch zeigen, dass Sie ihn verstehen. Das geschieht am besten dadurch, dass Sie immer wieder in Ihren Worten wiederholen, was Sie verstanden haben. Beispielsweise mit Formulierungen wie

“Sie sind also der Meinung, dass …” oder “Ich verstehe Sie jetzt so, dass … Stimmt das?”

Die fragende Betonung ist wichtig, denn Sie lässt dem Gegenüber Raum, Ihrer Interpretation des Gehörten zuzustimmen oder gegebenenfalls zu korrigieren. Die Wirkung eines empathischen Gesprächsstils ist oft erstaunlich.
Vor allem in Konfliktgesprächen, in denen sich die Positionen verhärtet haben, wirkt ein empathischer Gesprächsstil entkrampfend und entlastend. Der andere muss dann nicht mehr um seinen Standpunkt kämpfen und ihn verteidigen, weil er sich von Ihnen verstanden fühlt.

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Empathie – “use it or lose it”

 

Empathie (Einfühlungsvermögen) ist die Fähigkeit, sich in die Gedanken und Gefühle von anderen hineinzuversetzen, Sichtweisen und Perspektiven wahrzunehmen und zu verstehen. Der Begriff leitet sich vom griechischen Wort “empatheia” für “Einfühlung” ab.

Entscheidend ist dabei, die Gedanken, Aussagen und Emotionen des anderen für einen kurzen, bewussten Moment selbst zu erleben. Empathie ist die Wahrnehmung des anderen, ohne Bewertung, ohne die eigene Perspektive oder eine pseudo-rationale oder pseudo-objektive Sichtweise. Empathie unterscheidet sich auch von Mitgefühl. Mitgefühl ist bereits eine Wertung, wenn auch (meistens) eine positive. Wenn wir unser Gegenüber in seiner Not, Freude oder Naivität verstehen und seine Weltsicht erleben sind wir empathisch. Interessant sind dazu auch Erkenntnisse aus der Hirnforschung über Spiegelneuronen. Bewegung, Mimik oder Körpersprache von anderen werden von unserem Gehirn entschlüsselt, dabei entsteht in unserem Gehirn ein Spiegelbild von dem, was wir sehen. Dadurch werden spezifische Spiegelneuronen aktiv, die die entsprechenden Gefühle zum Schwingen bringen. Spiegelneuronen übertragen also den gleichen Zustand der beobachtenden Person. Wesentlich für diesen Prozess ist es allerdings, jemanden zu sehen – am Telefon oder per Email funktioniert es nicht.

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