Was hilft gegen Burnout? Die vier Säulen der Burnout-Prävention

 

Autorin: Stefanie Bathe

Die wichtigsten Elemente in der Burnout-Prävention und -Behandlung sind:
➢ Erhöhung der Körper-Wahrnehmung: eigene Bedürfnisse wieder wahrnehmen.
➢ Regeneration: im Alltag entspannen und eigene Energie-Quellen entdecken.
➢ Erhöhung der Stress-Stabilität: persönliches Stress-Verhalten kennen lernen.
➢ Auflösen von Selbst-Blockaden: wieder frei(er) entscheiden und handeln.

Die Fähigkeit, den eigenen Körper und seine Bedürfnisse wahrzunehmen ist das zentrale Element in der Burnout-Behandlung und -Prävention: wenn wir lange genug Körper-Signale wie Hunger, Durst, Müdigkeit, Bewegungs- oder Frischluftmangel verdrängt, einfach zur Seite geschoben haben, gerät der Körper in ein Ungleichgewicht.

Dabei ist gegen diese Verdrängung erst einmal gar nichts zu sagen: hätten wir nicht immer mal wieder ein Bedürfnis beiseite geschoben, wären wir schnell von der Uni geflogen (oder immer noch dort…), würden viele unserer Ziele nicht erreichen und unsere Zeit dickbäuchig und unzufrieden nur auf dem Sofa, im Kino oder sonst wo verbringen. Gefährlich wird’s allerdings, wenn wir über einen längeren Zeitraum permanent unsere Bedürfnisse beiseite schieben, so dass diese bewusste Verdrängung irgendwann „automatisch“, also unbewusst geschieht. Dann arbeiten wir Nächte und Wochenenden durch – und merken gar nicht, dass unsere Akkus mal wieder aufgeladen werden müssten. Irgendwie läuft’s ja doch – erstaunlich lange.
Hier schließt direkt die Regeneration an. Aber wer hat heute schon Zeit für langwierige Entspannungsübungen?

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Sicher motiviert sein

 

Autor: Dirk Toboll

Sie haben Erfolg, verdienen viel Geld, Sie sind anerkannt, werden bestätigt, kennen viele Menschen und viele Menschen kennen Sie – und – trotz allem stellt sich das Gefühl von Zufriedenheit oder gar Glück nicht ein. Im Gegenteil, Sie befinden sich in einer Burnout Abwärtsspirale. Wie kann das sein?
Neben einer großen Anzahl ungünstiger äußerer Bedingungen können unerfüllte Bindungswünsche, die ursächlich aus der Kindheit stammen, eine Ursache sein. Das funktioniert wie folgt: Unser Gehirn ist ein Sicherungsorgan, es hält permanent danach Ausschau, ob wir uns noch in Sicherheit befinden. Besonders im Kindesalter ist Sicherheit elementar, Bindungsbedürfnisse müssen aus Sicherheitsgründen erfüllt werden. Geschieht das nicht, findet eine Fixierung auf diese Bedürfnisse statt, manchmal bis zum Erwachsenenalter. Das Gehirn strebt unbewusst nach emotionaler Sicherheit.
Das bringt die erwachsene Person aber in zweierlei Hinsicht in Schwierigkeiten. Da es sich um um kindliche Bedürfnisse handelt, kann sie von keinem Partner und durch keine Arbeit befriedigt werden. Zudem sind alle anderen Bedürfnisse der Person an den Rand gedrängt und werden kaum wahrgenommen.
Das Problem liegt also nicht mehr in der Kindheit, sondern in der Orientierung des Gehirns nach emotionaler Sicherheit heute!

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Was ist Burnout & wer ist gefährdet: drei Hauptsymptome & Zielgruppe

 

Autorin: Stefanie Bathe

Die Hauptsymptome eines Burnouts sind:

1) Emotionale Erschöpfung: die Regeneration, das Abschalten von der Arbeit fällt schwer. Gedanken kreisen um den Job: morgens beim Aufwachen, abends beim Einschlafen. Alles oder vieles ist zu viel. Man hat häufig das Gefühl, müde zu sein. Ein Wochenende oder ein Urlaub reicht jedoch zum Erholen und Akkus auffüllen nicht mehr auf – die Erschöpfung ist schnell wieder zurück.

2) Depersonalisation: Man geht auf Distanz: persönliche Kontakte (Kollegen, Kunden, Freunde, Partner, Familie etc) strengen an, nerven. Siehe oben: Alle(s) oder viele(s) ist zu viel. Gefühle gegenüber anderen Menschen werden „unpersönlicher“. Das Engagement, der persönliche Einsatz geht zurück. Dies kann auch ein Selbstschutz nach Phasen von zu starkem Einsatz für eine Aufgabe sein.

3) Leistungseinschränkung: Effizienz und Effektivität nehmen stark ab (teils gepaart mit Aktionismus). Der Betroffene merkt häufig den Rückgang seiner Produktivität NICHT, da er weiter aktiv ist. Ziele verschwimmen jedoch; zielgerichtetes Handeln nimmt deutlich ab. Arbeitsunfähigkeit durch fehlende Konzentration, mangelnde Kreativität oder durch Krankheit etc. schränken die Leistung weiter ein.

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Rezension „Organizational Burnout“

 

Autor: Prof. Dr. Dieter Lenzen, Präsident der Universität Hamburg

Gustav Greve ist kein Mediziner. Mit „Organizational Burnout“ hat er gleichwohl das Therapiebuch für eine grassierende Krankheit vorgelegt: Für den Burnout ganzer Organisationen. Greve zeigt in einer auf den ersten Blick gewagten, dann aber absolut überzeugenden Analogie zum individuellen Burnout von Menschen, wie ganze Organisationen, intelligente zumal, dieser Syndromatik verfallen können bis zum Kollaps. Davon können Unternehmen ebenso betroffen sein wie öffentliche Organisationen bis hin zu Bildungseinrichtungen, die bei oberflächlicher Beachtung gerade davor geschützt sein sollten.
Gleichwohl: sie sind es nicht. Greves Lehrbuch der Anamnese und Therapie des Burnouts von Organisationen zeigt anhand vertrauter Stationen der Erkrankung, welche Konstellationen zur Schieflage und am Ende sogar zum Tod großer Organisationen führen können. Greve zeichnet diese Prozesse minutiös nach und bietet gleichzeitig ein Handbuch für die Praxis. Unternehmensberater, aber auch die Verantwortlichen innerhalb der Organisationen finden in diesem Buch alles was sie benötigen, um der tückischen Krankheit zu Leibe zu rücken. Dabei bietet Greve bis hin zu konkreten Checklisten jener Fragen, die Manager wie Externe sich stellen müssen, einen ganzen Instrumentenkasten für die Anamnese, die Therapie, aber auch für die Prophylaxe auch gegenüber Rückfällen.

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Burnout – Perspektiven und Prävention

 

Interview mit Frau Dr. Dietz über Ihren Arbeitschwerpunkt Burnout – neue Perspektiven für Betroffene, kritische Gedanken zu „Beratungsmoden“ und präventive Maßnahmen für Unternehmen.

PP:
Entsteht Burnout auch im privaten Bereich?

Dr. Dietz:
Ja natürlich, Burnout entsteht da, wo die Belastungen massiv genug sind. Der Organismus unterscheidet nicht zwischen Beruf und Privat, oder zwischen physisch oder psychisch. Wir reagieren auf Stressfaktoren aus den verschiedenen Bereichen. Es geht um die Intensität und Dauer der Belastung, egal in welchem Bereich sie stattfindet. Die Belastungsmerkmale sind individuell, auch die Belastungssymptome sind unterschiedlich.

PP:
Können Sie die Symptome zusammenfassen?

Dr. Dietz:
Jedes Immunsystem hat seine eigenen Fallstricke. Herz /Kreislauf – Magen/Darm – Verspannungen/Rückenbeschwerden, alles Mögliche, aber es ist schwer zu sagen, wo das Immunsystem seine Schwächen hat und entsprechende Symptome ausbildet, auch das ist individuell. Relevant ist die individuelle biographische Vorgeschichte und damit die Prägung eines Menschen. Eine suboptimale Herkunft wäre z. B. eine Familie, in der die Kinder auf irgendeine Art über- oder/und unterfordert werden. Daraus kann ein defizitäres Selbstbild entstehen und dieses kann sich – z.B begleitet von Selbstzweifeln, Ängsten oder latenten Depressionen – weiter erhalten und festigen bis in das Erwachsenenleben.

PP:
Kann man sagen: die Formel für Burnoutentstehung lautet: Arbeitsüberlastung plus fehlende Annerkennung bzw. latente Selbstzweifel?

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