Ohne Pausen keine Leistung

 

Dr. Susanne Dietz ist seit 1998 selbständige Managementberaterin, Coach und Trainerin mit den Schwerpunktbereichen Führungskräfteentwicklung, Kommunikations- Persönlichkeits- Konflikt- und Selbstmanagement sowie Burnoutprävention – im Interview spricht sie über Werte in unserer Gesellschaft, über die Entstehung und Diagnose von Burnout und über den Sinn von Pausen.

PP: Frau Dr. Dietz, das Interesse am Thema Burnout wächst. Gleichzeitig wird es aber auch nicht von allen ernst genommen. Was ist das für ein Phänomen in unserer Gesellschaft?

Dr. Dietz: Wir haben einen Leistungsbegriff, der scheinheilig ist. Auf der einen Seite ist ein gewisses Verständnis über Leistungsfähigkeit und ihre Grenzen da, wenn aber der Mensch nicht mehr effektiv arbeitet, wird er vom Unternehmen nicht ausreichend aufgefangen. Da sollte mehr investiert werden.

PP: Beziehen Sie das fehlende Interesse auf Unternehmen oder auf die Gesellschaft?

Dr. Dietz: Es betrifft die Gesamtgesellschaft. Wir haben Werte, um uns daran zu messen, aber wir sind auch gleichzeitig biologische Wesen, gesteuert von Trieben, Instinkten und Gefühlen. Das ist ein grundsätzliches Dilemma, was heute noch genauso problematisch wie zu der Zeit, als wir noch Kriege mit Keule oder Schwert führten. Es ist heute nur viel differenzierter in seiner Ausprägung: wir brauchen die moralischen Imperative (http://de.wikipedia.org/wiki/Kategorischer_Imperativ), wollen aber auch gewinnen und überleben. Der Preis, der manchmal dafür gezahlt wird, ist Erschöpfung.

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