Charisma- Ausstrahlung im XXL-Format
Schlingensief hatte Charisma, Charlie Chaplin und Mahatma Ghandi ebenso. Charismatiker unserer Zeit sind zum Beispiel Steve Jobs, Ulrich Tukur und ganz bestimmt Louis van Gaal.
Charismatisch ist, wer kollektive Begeisterungsstürme entfachen kann, wer die Fähigkeit zur Menschenführung besitzt und dabei nicht nur seinen eigenen Vorteil herstellen kann. Charisma kommt aus dem Altgriechischen, bedeutet „besondere Gabe“ und ist per Definition nicht leicht zu erfassen. Aber gut wahrnehmbar, wenn es jemand besitzt. Eine charismatische Person fällt auf – nicht durch ein bestimmtes Aussehen oder eine ungewöhnliche Verhaltensweise, sondern weil sie eben das “gewisse Etwas” an sich hat.
Wenn Sie den Blick nicht abwenden können und hoffen, das der Mensch, dem Sie gerade zuhören, nicht aufhört zu sprechen, haben Sie gute Chancen, einen echten Charismatiker getroffen zu haben. Charismatiker sind verliebt – in das Leben – sie wirken faszinierend auf ihre Mitmenschen und ziehen sie durch ihr Auftreten in den Bann. Laut Tukur sollten wir das Leben als ein wunderbares Fest erleben können. Stattdessen sind wir zu negativ, zu grau, zu pessimistisch und fühlen uns permanent schuldig.
Wir sollen doch auch Spass am Leben haben, ja, wer sind wir denn? fragt Tukur? Hören Sie mal seine Visionen, ist es nicht wunderbar?
Einer britischen Studie zufolge ist ein stabiles Selbstwertgefühl wesentlich für eine charismatische Ausstrahlung, charismatische Menschen wirken unabhängig und zielorientiert, sie haben oft eine Vision, die sie mit Hingabe ausfüllen, etwas Übergeordnetes, erhabener, als es eine egoistische Forderung je sein könnte. Insofern ist Charisma nicht erlernbar, wahrscheinlicher ist, das bestimmte Verhaltensweisen erlernbar sind, die dazu führen, sich selbst besser zu fühlen und die eigenen Ausstrahlung zu steigern.
Kann man Charisma “lernen”? An der Stelle muss wohl gefragt werden: kann man lernen, das Leben zu lieben?
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