Grundformen von Fritz Riemann
Die vier Persönlichkeitstypen
Die Angst spielt eine wichtige Rolle für unsere Entwicklung, sie prägt unseren Charakter. Diese Theorie aus der Psychoanalyse entwickelte der Mitbegründer der Akademie für Psychoanalyse und Psychotherapie in München, Fritz Riemann (1902-1979).
Es gibt vier Grundängste: die Angst vor Selbstentfaltung der depressiven Persönlichkeit, die Angst vor Hingabe der schizoiden Persönlichkeit, die Angst vor Veränderung der zwanghaften Persönlichkeit sowie die Angst vor Notwendigkeit der hysterischen Persönlichkeit. Psychoanalytiker gehen davon aus, dass eine Grundangst überwiegt, das aber Kombinationen mit den andern Formen die Regel sind.
Depressiv
Der Depressive sucht die Nähe des anderen. Er braucht Harmonie und Einheit, am liebsten möchte er mit dem anderen Verschmelzen. Er stellt seine eigenen Bedürfnisse zurück und sorgt für die anderen Menschen. Konflikte werden vermieden, Anpassung und Hingabe können so stark ausgeprägt sein, dass der Depressive seine Meinung völlig unterordnet, bis er sie selbst nicht mehr wahrnehmen kann. So ist die Ich -Entwicklung sehr gefährdet. Der Depressive ist bescheiden, selbstlos, er ordnet sich unter und unterdrückt eigene Impulse. Gefahr sind die manipulativen Anteile, der Depressive lebt seine Macht nicht offen aus, sondern durch Manipulation und erpresserische Maßnahmen.
• Harmonie, Hingabe, Selbstlosigkeit
• Fähigkeit zur Reflexion,Mitleidig, Empathisch
• Erwartungshaltung, Symbiose
• Passivität, Selbstvorwürfe, Ohnmachtsgefühle,
• Unterdrückt Impulse, Affekte und Aggression
• Trennungs- und Verlustangst, Vermeidet Unabhängigkeit
• Angst- und Schuldgefühle
• Entstehung: Versagung/ Verwöhnung
Schizoid
Der Schizoide fürchtet die Abhängigkeit und die Hingabe, er möchte niemandem verpflichtet sein und niemanden zu nahe treten. Selbstständigkeit und Ungebundenheit ist für ihn alles, er wirkt kühl, nüchtern und distanziert und unnahbar auf seine Umwelt. Gefühle erscheinen ihm unsinnig, er verlässt sich lieber auf den Verstand, am liebsten auf seinen eigenen. Anderen Menschen misstraut er manchmal, in der milderen Form ist er ein sachlicher, kritisch-unbestechlicher Typ mit einer scharfen Beobachtungsgabe. Er prüft die Fakten, sieht Tatsachen ohne Illusionen so wie sie sind und vertritt kompromisslos seine Meinung – wenn es sein muss auch mit Aggressionen. Gefahr ist die Kontakthemmung, die Unangepasstheit, aber auch eine überzogene Sensibilität (sich selbst gegenüber)
• Distanziert, isoliert, kühl, ungesellig und introvertiert
• Abgrenzung, Autarkie, Anonymität, Unabhängigkeit
• Vermeidung von Nähe, Beziehung
• Zweifel, Unsicherheit, Mißtrauen, Eigenbezüglichkeit versus Größenphantasien
• Abstraktes Denken, Rationalisieren und Intellektualisieren, Keine Emotion
• Aggression als Schutz und Abwehr, aber auch eine Möglichkeit der Kontaktaufnahme
• Spüren selber keinen Leidensdruck
• Typische, narzißtische Abwehrvariation
• Entstehung: Gleichgültigkeit, Isolation, Mangel an Führung, Wechsel der Bezugspersonen, emotionale Verarmung,
Zwang
Der Zwanghafte möchte nichts verändern, weder sich, noch irgendetwas in seiner Umwelt. Das Vergängliche und die Veränderung wird als Unsicherheit erlebt. Alles soll so bleiben wie es ist. Der Zwanghafte geht keine Risiko ein und ist bemüht, sich abzusichern. Er mag das Vertraute, das Bekannte und Gewohnte. An Erfahrungen, Grundsätzen und Meinungen hält er fest, er ist konservativ. Ordnung und Gesetzmäßigkeit ist eine grundlegende Motivation, er plant gern voraus, ist zielstrebig und pflichtbewusst. Im Liebesleben ist er zuverlässig und treu, in der Zuwendung dauerhaft. Der Zwanghafte hat ein gewisse “Beamtenmentalität”, er liebt Regeln und Schemata, auch monotone Abläufe machen ihm nichts aus. Er möchte alles und jeden zwingen, sich an seine definierten Standards zu halten, die lebendige Ordnung kann zum pedantischen Eigensinn werden, manchmal agiert er sich auch in Form von Zwangssymptomen und Zwangshandlungen aus, das sind bestimmte festgelegte Rituale, die in der immer gleichen Weise ablaufen müssen, damit er sich wohl fühlt. Diese Zwangshandlungen, Skepsis, Unentschiedenheit, ablehnende Haltung und Pessimismus sind die Gefahren dieses Typs.
• Überwertiges Sicherheitsbedürfnis, Streben nach Dauer und Sicherheit, Kontrolle,
• Angst vor Risiko, Wandlung und Vergänglichkeit, Bewegung und Leben
• Zweifeln, Zögern, Prinzipien, Intoleranz, Geiz, Stereotypien, Zwangssymptome- und handlungen
• Machtwille und Aggressionen werden kontrolliert, unterdrückt oder „ungewollt“ und sadistisch ausgelebt, Drill, Dressur
• Entstehung: motorisch-expansive Veranlagung wird gebremst, Gehorchen-müssen, Trotz und Eigenwillen brechen
Hysterie
Der Hysteriker möchte frei und ungebunden sein, er möchte der Mittelpunkt der Welt sein, aber kein Verpflichtungen eingehen. Für ihn ist alles Neue, die Zukunft, die große Chance. Er weicht allen Verbindlichkeiten, Traditionen, Konventionen und Regeln aus. Er blickt nach vorn, ist ungeduldig und impulsiv, er möchte Neues erobern, und zwar sofort, das Warten ist eine Qual. Er liebt den Wettstreit, sein Geltungsbedürfnis ist ausgeprägt, er will imponieren und seine Mitmenschen mitreissen. Mit ihm ist es nie langweilig, diese Menschen haben Charme und wissen, sich beliebt zu machen. Sie möchten nicht auf eine bestimmte Rolle festgelegt werden, sie sind reizhungrig, risikofreudig und elastisch, oft sprühend und optimistisch. Die Gefahr ist Oberflächlichkeit, fehlende Identität, manipulatives Verhalten, Unbeständigkeit und fehlende Verlässlichkeit.
• Realitätsvermeidung durch Bagatellisierung, in Frage stellen, sich entziehen, ausweichen, nicht anerkennen
• irrationales und unfassbares Verhalten
• Leben im Augenblick, keine Kontinuität, Rollenspiele, permanente Steigerung der Erlebnisintensität
• Labiles Selbstwertgefühl, Narzißmus
• Rivalisieren, Konkurrieren, Mangel an Selbstkritik und Selbstkontrolle,
• Übertreibungen, Verallgemeinerungen, Dramatisierung, Intrigen
• Entstehung: Gleichgültigkeit, zu wenig Beachtung, Orientierungslosigkeit, Bündnis mit nur einem Elternteil, wobei der andere in Konkurrenz „ausgestochen“ wird, Partnerersatz oder bei extrem rigider, zwanghafter Erziehungsweise als Protest
Arbeitsblätter und mehr Information:
siehe dazu auch stangl-taller.at
und Schuegerl.com
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Anik Roerdink-Veldboom, Dipl. Psychologin, Coaching und Entwicklung
Brigitte Katharina Lippmann, Bewerbungsberatung, Analyse von Stimme, Sprache und persönlicher Wirkung
Christoph Lauterbach, Coach
Christoph Nagler, Diplom-Psychologe, CNT Gesellschaft für Personal- und Organisationsentwicklung mbH
Dr. Klaus Köpnick, Dipl. Psychologe und Dipl. Ingenieur, Berater
Dr. Reiner Blank, Geschäftsführer Future Systems Consulting GmbH
Felix Wiesner, GF, myEmployee Personalberatung GFCI GmbH
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Nancy Börnsen, Diplom-Psychologin, freiburger Einsichten
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Sabine Sax, MBA, Projektleitung SIBE
Sabine Steege, Coaching, Potenzialanalyse, Training, Projektmanagement
Tobias vor der Brüggen, Managing Partner, PI Company GmbH
PI-COMPANY
SIBE, School of international Business and Entrepreneurship